Mitte Januar durften wir, das Klassensprecherinnen-Team der 10Rc, gemeinsam mit rund 25 weiteren SV-Mitgliedern unserer und anderer Kaiserslauterer Schulen an einem Workshop zum Thema „Dialog, Demokratie und respektvolle Kommunikation“ teilnehmen. Moderiert wurde der Tag von Annette Tinschert, der Koordinatorin des Netzwerks „Schule ohne Rassismus“, inhaltlich gestaltet von der Autorin, Regisseurin und Professorin Mo Asumang. Diese wurde in Kassel geboren und lebt heute in Berlin. Ihre Mutter ist deutsch, ihr Vater kam aus Ghana. Da ihre Mutter berufstätig und alleinerziehend war, verbrachte Mo Asumang ihr erstes Lebensjahr in einem Kinderheim. Danach lebte sie bei Pflegeeltern, bis schließlich ihre Großmutter sie aufzog. Da ihre Großmutter bei der Waffen-SS arbeitete, konnte Mo Asumang dort jedoch nicht von Anfang an dort leben.

Der Einsatz für Dialog und Demokratie wurde für sie besonders wichtig, nachdem sie eine Morddrohung von einer rechtsextremen Band erhielt, die sich deutschlandweit verbreitete. Schon davor hatte sie schwierige Erfahrungen gemacht: Als ehemalige Taxifahrerin in Berlin wurde sie mehrfach attackiert, unter anderem wurde ihr sogar eine Waffe an den Kopf gehalten. Diese Erlebnisse bestärkten sie darin, sich aktiv gegen Hass und Ausgrenzung einzusetzen.

Zu Beginn des Workshops gab es eine Kennenlern-Runde. So kamen wir Teilnehmenden schnell miteinander ins Gespräch. Anschließend schauten wir gemeinsam den Film „Die Arier“, der von Mo Asumang selbst gedreht wurde. In dem Film selbst ging es um die Frage: Was sind überhaupt ,,Arier‘‘? Der Film regte uns sehr zum Nachdenken an und bildete die Grundlage für die weiteren Gespräche.
Im nächsten Teil ging es um praktische Übungen in Zweierteams. Eine Person übernahm die Rolle des Opfers und musste sich Beleidigungen anhören. Dabei standen wir wie eine Pendeltür: Immer wenn eine Beleidigung kam, bewegten wir uns davon weg. In einer weiteren Übung lernten wir, Konfrontationen zu vermeiden, indem wir ruhig bleiben und unserem Gegenüber neugierige Fragen stellen, statt uns einschüchtern zu lassen oder zurück zu beleidigen. Wir sollten Streitsituationen nachstellen; dabei war einer der Aggressor, der die Konfrontation sucht, und die Person gegenüber hatte die Aufgabe ruhig zu bleiben.

Wir haben aus diesem Tag mitgenommen: Es ist schwer, ruhig zu bleiben, wenn man provoziert wird. Doch mit viel Übung kann es gelingen. Insgesamt haben wir an diesem Tag viel darüber gelernt, wie man Streitigkeiten deeskalieren kann und wie wichtig respektvolle Kommunikation mit Ich-Botschaften ist. Trotz der ernsten Themen war der Workshop oft lustig, spannend und vor allem sehr informativ. Wir würden jedem empfehlen, diese Erfahrung mindestens einmal zu machen, weil sie zeigt, wie Dialog Brücken bauen kann – auch bei unterschiedlichen Meinungen.

Text: Aaliyah Schulz, 10Rc; Photos: S. Seither