Am Dienstag, den 21. April 2026, besuchten die 10. Klassen des Gymnasiums den Mainzer Landtag.
Wir trafen uns früh morgens und fuhren mit dem Zug dorthin, der sich leicht verspätete, weswegen wir uns beeilen mussten. Am Landtagsgebäude angekommen, erhielten wir nach einer Sicherheitskontrolle eine Führung durch einen Mitarbeiter der Landtagsverwaltung. Er erzählte uns von der Geschichte des Landtagsgebäudes, welches seit über 300 Jahren besteht. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer zerstört, später jedoch wieder sorgfältig aufgebaut und umfassend renoviert. Noch heute sind ein paar originale Wände aus früherer Zeit erhalten, die dem Gebäude seinen besonderen historischen Charakter verleihen.
Anschließend besichtigten wir von der Besuchertribüne aus den Plenarsaal. Im Plenarsaal des Landes Rheinland-Pfalz kommen die gewählten Abgeordneten zusammen, um über landespolitische Angelegenheiten zu diskutieren und zu entscheiden. Auch die Landesregierung nimmt an den Sitzungen teil und beantwortet Fragen des Parlaments. Geleitet wird die Sitzung von der Landtagspräsidentin bzw. dem Landtagspräsidenten. Besucherinnen und Besucher können ebenso wie die Pressevertreter die Debatten von der Besuchertribüne aus verfolgen.
Daraufhin hatten wir die Möglichkeit den SPD-Abgeordneten Daniel Schäffner zu treffen. Dieser hatte sich eine Stunde Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten. Ursprünglich war auch die Anwesenheit eines Grünen-Abgeordneten geplant, dieser schaffte es aber aufgrund eines Missverständnisses seinerseits nicht am Treffen teilzunehmen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde baten wir Herrn Schäfner um eine Stellungname und seine Perspektiven bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel. Er führte an, kein Befürworter des strikten Linienverkehrs zu sein. Dieses System führe einerseits häufig zu überfüllten Bussen und andererseits zu vielen Leerfahrten. Seine Vision sei es daher, den Busverkehr im Sinne von Angebot und Nachfrage zu organisieren. Das bedeutet, der Busverkehr wird an die tatsächlichen Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst. Da sich viele Bürger und Bürgerinnen im Bereich der Mall in Kaiserslautern nicht wohlfühlen, könne er sich teilweise eine Kameraüberwachung vorstellen. Generell sprach er sich weiterhin im Bereich Asyl für den Zuzug von Fachkräften aus. Gleichzeitig möchte er, dass Flüchtlinge, die nicht arbeiten oder sich nicht integrieren wollen, zurückgeführt werden. Zur Thematik Internetsicherheit und Deepfakes lieferte er trotz erneuter Nachfrage wenig Inhalt. Abschließend betonte Herr Schäffner die Wichtigkeit von Treffen zwischen Politikern, Wählern und besonders jungen Leuten, um zu zeigen, dass hinter der Politik echte Menschen stehen, die sich für etwas einsetzen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich es spannend fand, einen Politiker persönlich zu treffen und auch die Möglichkeit zu erhalten, einen interessanten Einblick in den politischen Alltag zu gewinnen. Die Politik wird so greifbarer.
Text: Amelie Kapourellos, 10a; Photos: L. Latterner




